„Wie nah können wir an den Ruderern vorbeifahren?“

Eindrücke eines Produktionsmorgens zu Land und zu Wasser

von Frieder Kümmerer

Für den einen oder anderen aus der bewegtbildwerft-Crew hätte der Wecker an diesem Montagmorgen ruhig etwas später klingeln dürfen. Aber direkt nach dem Dreh waren sich alle einig: Das frühe Aufstehen hat sich mehr als gelohnt. Ein kleiner Bericht von morgendlichen Dreharbeiten auf dem Bodensee.

Das Boot verlässt den Hafen und der Kameramann bereitet auf dem Achterdeck die Aufnahmen vor. (Foto: bewegtbildwerft)

Es ist 5.30 Uhr morgens in einem Hafen bei Langenargen. Ich mache die Leinen los und tuckere langsam mit einem Fischerboot auf den Bodensee Richtung Friedrichshafen hinaus. Froh darüber, dass ich es noch geschafft habe, mir Kaffee und Frühstück mitzunehmen, vergesse ich fast ein bisschen, wie ich mich erst vor einer Stunde aus dem Bett gequält habe. Und die Arbeit wird auch sogleich belohnt: mit einem wunderschönen Sonnenaufgang über dem See.

Wo die restliche Filmcrew ist? Fast zur gleichen Zeit fahren zwei Fahrzeuge der bewegtbildwerft auf den Parkplatz des Fährhafens in Friedrichshafen. Dort werden zwei Kameras, ein Gimbal (ein Kamera-Stabilisierungssystem für weiche Kamerabewegungen selbst bei stärkeren Erschütterungen oder Wellengang auf einem Boot) und eine Menge Zubehör ausgeladen und aufgebaut, denn gleich werden wir eine Rudermannschaft beim morgendlichen Training auf dem See begleiten.

7.30 Uhr. Die Ruderer legen ab. Für uns bedeutet das ein schnelles Umsteigen und Umladen aufs Motorboot. Bis hierhin wurde von Land aus gedreht, jetzt müssen die Ruderer eingeholt werden, damit wir auf See weitermachen können. Während sich der Kameramann auf dem Achterdeck einrichtet, navigiere ich unser Wasserfahrzeug den See entlang. Und dann geht es schon los. Immer wieder fährt unser Boot aus verschiedenen Positionen um die Ruderer herum, mal näher, mal weiter weg. Mal von Seeseite aus, mal von Uferseite aus. Der Kameramann klettert auf dem Deck herum, um noch bessere Bilder einzufangen. Wenig später wird auch die im Gimbal verbaute Kamera vor dem Bug unseres Bootes hin und her geschwenkt.

Ruderboote sind anfällig für Wellengang. Daher dürfen wir nicht zu dicht vor dem Ruderboot vorbeifahren oder zu nah von der Seite heran kommen. Sonst würde unsere Heckwelle das Boot zum Kentern bringen. Doch bei aller Herausforderung wird an Bord eines klar: Jeder hat Spaß bei diesem ungewöhnlichen Dreh auf dem Wasser. Immer wieder ziehen die Ruderer ihre Bahnen vor der Uferkulisse Friedrichshafens, bis wir alle Einstellungen eingefangen haben.

9.00 Uhr. Das Motorboot ist wieder neben dem Fähranleger im Hafen von Friedrichshafen festgemacht und die Kameras werden ausgeladen. Kurze Nachbesprechung, dann mache ich die Leinen wieder los und bringe das Boot nach Langenargen zurück. Der Rest der Crew bricht schon zum nächsten Drehort auf.

Über den Autor: Frieder Kümmerer

Über den Autor: Frieder Kümmerer

Bei der bewegtbildwerft seit Februar 2017, zunächst als Produktionsassistent, seit Februar 2018 als Junior Producer. Bachelorabsolvent der Zeppelin Universität Friedrichshafen in Communication & Cultural Management. Außerdem Radiojournalist, Audioproduzent und Experte in der Frage, wie sich Medien durch die Digitalisierung verändern.

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Abgerufen am 19. September 2020 um 10:16 Uhr von https://bewegtbildwerft.de/web/produktionsblog/wie-nah-koennen-wir-an-den-ruderern-vorbeifahren
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